HÖRI MITTSOMMERNÄCHTE – JUNI 2026

Magische Nächte in der Wallfahrtskirche Schienen


Wenn historische Mauern zu sprechen beginnen.

Rund 800 Besucher erlebten am Wochenende bei den „Höri Mittsommernächten“ ein stimmungsvolles Zusammenspiel von Licht, Wort, Schrift und Klang in der romanischen Wallfahrtskirche Schienen.

Es war kein gewöhnliches Konzertwochenende, das die Besucher zur Sommersonnenwende auf die Höri lockte. Vielmehr war es eine tiefgreifende, künstlerische Inszenierung, die das Kloster Schienen für drei Tage in einen faszinierenden Raum aus Licht, Musik und Mystik verwandelte. Das Konzept des Filmemachers und Lichtdesigners Ingo von Münster-Lazi, das er gemeinsam und im Auftrag der Kirchengemeinde entwickelt hatte, wirkte sphärisch: Durch eine behutsame, aber hochkomplexe architektonische Lichtinszenierung brachte er die stummen Mauern buchstäblich zum Sprechen. Das sakrale Bauwerk wurde nicht einfach beleuchtet, sondern in ein stilles, emotionales Gegenüber zum Alltag verwandelt, das die Herzen der Gäste sanft berührte.



Leuchtende Botschaften unterm Sternenhimmel

Eine ganz besondere Atmosphäre entstand gleich zum Auftakt am Freitagabend unter dem Titel „Botschaften nach oben“. Die Besucher waren eingeladen, persönliche Gedanken, Wünsche oder Bitten auf kleine Karten zu schreiben. Diese übergaben sie der Schriftkünstlerin Dagmar von Münster-Lazi, die an einem kleinen, nur vom warmen Schein mehrerer Kerzen erhellten Tisch saß und die Worte live in kunstvolle Kalligrafie verwandelte.
Bereits nach wenigen Minuten erschienen diese zutiefst persönlichen Zeilen als großflächige Lichtprojektionen an den Kirchenwänden. Rührende, intime Botschaften – wie etwa ein leuchtender Dank an eine „Liebe Dorit“ für die geteilte Lebensfreude – hoben sich in filigraner Schrift von den in warmes Rot und tiefes Blau getauchten romanischen Bögen ab. Über den Köpfen der Besucher funkelte dabei kaum wahrnehmbar ein subtiler, projizierter Sternenhimmel. Untermalt von den sphärischen Klängen der E-Violine von Martin Schnabel und den elektronischen Synthesizer-Flächen von Joona Tang verschmolzen Licht, Schrift und Raum zu einer dichten, beinahe greifbaren Stimmung, die viele der Anwesenden sichtlich ergriff. 



Von der Hammond-Orgel zum archaischen Choral 

Einen bewussten Kontrast dazu bot der Samstag. Am Vormittag füllte sich der von sanftem Kerzenschein in den Gängen gesäumte Kirchenraum mit Klängen des Jazz von “Thomas Bauser & Friends”. Im Zentrum des in freundliche, helle Orange- und tiefe Blautöne getauchten Altarraums stand eine echte Hammond-Orgel mit dem Leslie-Kabinett – ein Instrument, das einst als Kirchenorgel konzipiert worden war und an diesem Vormittag eindrucksvoll an seine Wurzeln anknüpfte. Gemeinsam mit exzellenten Musikern an Hammond Orgel (Thomas Bauser), Saxophon (Arno Haas) und Schlagzeug (Nelson Briceno) entstand ein beschwingtes, offenes Beisammensein.
 
Als Besuchermagnet erwies sich das Johannisfeuer, das die Feuerwehr Schienen im Pfarrgarten errichtet hatte. Lodernd stiegen die meterhohen Flammen in der zunehmenden Dunkelheit auf. Dann bewegten sich die Besucher in das Innere der Kirche, das sich nun vollkommen gewandelt hatte: Der gesamte Chorraum war in ein mystisches tiefes Blau getaucht. Im Halbkreis auf den Altarstufen, die zeitweise lediglich von einer Reihe kleiner, flackernder Kerzen erleuchtet wurden, stand der Gregorianische Chor der Schola Gregoriana Ratisbonensis unter der Leitung von Christoph Hönerlage – junge Sänger brachten uralte Musik zum Klingen: Die archaischen, jahrhunderte alten Gesänge entfalteten in dieser reduzierten, konzentrierten Lichtstimmung eine spürbare Kraft und boten den Besuchern einen Ort der Stille und Einkehr.



Lebendiger Ausklang am Sonntag 

Die Höri-Mittsommernächte fanden am Sonntagvormittag ihren feierlichen Abschluss in der Wallfahrtskirche mit dem Patroziniums-Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Genesius mit dem “Höri-Pfarrer” Ekkehard Baumgartner: „Dass ich der Mensch werde, der ich bin.“ Während Weihrauch in die illuminierten Gewölbe aufstieg, füllte das “Familien-Chörle” aus Bad Säckingen unter der zündenden Leitung von Michael Koubik, samt lebendiger Begleitung durch Gitarren, Geige und Cajon den Raum mit feierlicher Freude. 
 
Direkt im Anschluss wandelte sich die besinnliche Stimmung in ein geselliges Miteinander: Ein fröhliches Feuerwehrfest mit traditioneller Blasmusik und herzhafter Bewirtung rundete die Mittsommernächte ab.


Insgesamt rund 800 Besucher zählten die Veranstalter über das gesamte Wochenende hinweg. Die Resonanz war einhellig: Es war eine außergewöhnliche, sensible und tiefgehende Erfahrung. Ingo von Münster-Lazi, den Musikern und dem „Höri Pfarrer“ Ekkehard Baumgartner ist es mit ihren Teams gelungen, das Unsichtbare durch Licht und Klang erlebbar zu machen und zu beweisen, dass moderne Technik, historische Architektur und pure Emotionen perfekt harmonieren.

Ein besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, den Spendern – besonders der Erzbischof Hermann Stiftung, die dieses Projekt maßgeblich gefördert hat.

Hammond Orgel Jazz
Traditionelles Sonnwendfeuer
Leitung: Prof. Hönerlage
Der "Höri Pfarrer"
Pfarrer Ekkehard Baumgartner
Feuerwehr Schienen
Feuerwehr Schienen
Ingo von Münster-Lazi
Ingo von Münster-Lazi >>> Weitere Lichtprojekte
WEITERE LICHTPROJEKTE
Lichtszenen setzen
Das Familienchörle
Thomas Bauser & Friends

Idee Lichtdesign Inszenierung Regie
Ingo von Münster-Lazi
Lazi Medien GbR
Moos-Iznang

www.Lazi-Medien.de

Kultur.Konvent.Öhningen
Hilde von Massow
Vorsitzende der Höri Musiktage Bodensee e.V. 

VERANSTALTUNGSKALENDER

Planung Organisation und Trägerschaft
Katholische Kirche Bodensee-Hegau
Pfarrei St. Zeno – Radolfzell
Ekkehard Baumgartner

www.kath-hoeri.de

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